I know pain and I am not afraid to show…Outfit of the day…

Hello there,

der Verstand ist bisweilen ein mieser Verräter. Nicht weil er so wunderbar Probleme lösen kann, besonders die wissenschaftlicher Natur, sondern vielmehr weil er Angst schaffen kann, die bei den Herausforderungen des Lebens so ganz und gar nicht hilfreich sind. Schmerz ist da so ein Spezialthema. Hauptbestandteil des Schmerzes, was es überhaupt erst weh tun lässt, ist im Grunde genommen die Angst davor. Es ist so oder so, wie es ist. Nimmt man die Angst, bleibt nur noch das Gefühl. Da braucht diese miese kleine Verräter im Kopf auch gar nicht weiter dazu klugscheissen und seinen Senf zum Thema „hätte, würde, könnte“ dazu abgeben. Braucht keine Mensch, um die Lektionen des Lebens anzunehmen und daran zu wachsen. Oder sich vom Schmerz zu befreien. Angst ist also so überflüssig wie Pickel, braucht man nicht, hat man aber dann doch, am besten noch mit unpassendem Timing, vor Dates, Vorstellungsgesprächen, Fallschirmspringen…

Das wunderschöne Seidenkleid von Thomas Rath, was ich, Überraschung, mal wieder in meinem liebsten Second Hand in München zu einem Spottpreis geschossen habe, hat da auch eine interessante Geschichte zum besten zu geben…es war ein absolut genialer und spontaner Wochenendtrip in die Schweiz. Das interne Trio infernale, das ich meine besten Freundinnen nennen darf befand sich nach einer herrlichen Kostümparty in einer Züricher Bar allmorgendlich vereint auf einem Hotelzimmerbett, um die Ereignisse der Nacht noch einmal aus allem Perspektiven Revue passieren zu lassen. Meine Galle hat auch gleich zur Erheiterung beigetragen, um sich für das teuerste Big Mac Menu meines Leben in ihrer eigenwilligen Form zu bedanken. Um genau zu sein, mit einer Art Kolik. So eine Gallenkolik, vorwiegend verursacht durch fettiges Essen in Kombination mit sonstigem Stress des täglichen Wahnsinns, kennzeichnet sich insbesondere durch Schmerzen der Kategorie „kurz vorm Sterben“. Dank liebevoller und weiser Freundinnen wurde ich dennoch mit heißen Wickeln und Tee für den Abtransport zurück in die bayrische Hauptstadt wieder fit gemacht. Zumal ich den Schmerz einfach mal zugelassen und ausgehalten habe, irgendwann muss die ganze Meditation doch auch mal so irdischen und profanen Gründen wie Gallenschmerzen zu Gute kommen.

In München erwartete mich nämlich ein Bayernspiel in der Allianzarena, samt Einladung in die Telekomlounge. Fussball und Fressen, kaum von den Schmerzen befreit war die Lektion des Big Mac Menus beim Anblick des Buffets auch schon wieder komplett vergessen. Schließlich hatte ich nach einem Tag auf Kamillentee und Knäckebrot Hunger und es gab wirklich ganz, ganz tolles Essen. Meine Vernunft hatte also von Anfang an keine Chance, Furcht und Angst by the way auch nicht. Immerhin. Kalbsbraten mit Soße, diverse Vorspeisen und natürlich noch die Desserts in der Halbzeit…yummy…CC was back…für etwa bis zur zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit. Dann wurde von meiner Galle samt schmerzlicher Lektion der Kategorie „kurz vorm Sterben“ noch einmal zum Nachsitzen auf die Bank geschickt. Um präzise zu sein, auf die Bank des Notarztes der Allianzarena. Einsichtig und geläutert wurde ich nicht nur erneut von Schmerzen befreit, sondern im selben Atemzug auch gleich mal wieder von den Wundern der Schulmedizin am eigenen Leib überzeugt. Zum näheren Verständnis, ich führe mir noch nicht mal bei der Jahrhundertgrippe was anderes als homöopathische Mittelchen, Wärmflasche und diverse Heiltees zu Gemüte, geschweige denn, dass ich etwas apotheken- bis rezeptpflichtiges in mein metabolisches Systeme gebe. Aber Schmerzen kurz vor dem Sterben machen da nicht allzu anspruchsvoll, was die medizinische Behandlung angeht. Allerdings bleibt zu erwähnen, dass es sich um nicht nur um hervorragend geschultes medizinisches Personal in der Arena handelt, sondern auch noch eines der Kategorie „vertrauenswürdig“. Also habe ich dem medizinischem Behandlungsplan vollends eingewilligt, womit der Zugang auch schon schwupps gelegt war. Erstes Mittel war da was Entkrampfendes, namens Buscopan. Dürfte den meisten Frauen besonders während der speziellen Tage des Zyklusses ein geläufiges Medikament sein. Die zweite Substanz aus der Kategorie Schmerzmittel war mir bis dahin gänzlich unbekannt in seiner Wirkung. Ein morphinähnliches Präparat. „Bitte was, wie jetzt, das sind doch Drogen?! Das hat doch Nebenwirkungen und ist doch gefährlich!!!“ mein Kommentar dazu kurz vorm Sterben. Widerstand vom miesen Verräter namens Verstand trotz des Versuchs der Artikulation zwecklos. Schmerz war noch mieser, eingewilligt, zweites Mittel injiziert. Und nun begann die zweite, äußerst interessante Lektion: Das Zeug wirkte. Die dritte Lektion des Tages folgte binnen Sekunden ebenfalls auf dem Fuße: Ich bekam mehr als ich erwartet hatte. Nämlich ein schönes Wölkchengefühl, eingetüddelt und handzam wie ein Welpe. Notarzt und Assistent bekamen übrigens ein Unterhaltungsprogramm in Form eines kichernden, brabbelnden Babys, inklusive einem live Erfahrungsbericht, wie es sich denn gerade so anfühlt, high zu sein. Kannte ich ja nicht, musste ich ja gleich von mir geben. Vor allem das große Dankschön für die erstklassige Versorgung. Danke!

Die Heimfahrt war für meine Stadionbegleitung übrigens auch so ein Erlebnis, ich muss wohl sehr zur Erheiterung in meinem Zustand beigetragen haben. Zuhause angekommen erwartete mich die anderen zwei des Trio infernale schon breit grinsend mit Wärmflasche und hatten so ihre helle Freude an dem brabbelnden und giggelndem Baby, in das mich die Medikamente verwandelt haben. Schmerzen waren verschwunden und ich wurde für die nächste Tage auf eine strenge gallenfreundliche Diät gesetzt. Seit dem wieder alles in bester Ordnung. Lektionen gelernt, alle.

I know pain and I am not afraid to show...Oufit of the day...Thomas Rath Kleid

Der Look: Seidenkleid mit Print von Thomas Rath, Ledergürtel von Rag&Repuplik, Sonnenbrille von Miu Miu, Tasche Selma von Michael Kors und Cutoutsandalen von Zara (Sommer 2014)

IMG_5699Das Kleid hat allerdings seit Befinden im meinem Kleiderschrank nicht nur Höllenschmerzen mit anschließendem Wolkenflug erleben müssen. Es wurde gleich zu Beginn im Sommer auf ein Event von Porsche Design in München ausgeführt und durfte da ganz schmerzfrei den Store samt neuer Kollektion angucken…was Fashionblogger halt so treiben, um sich fortzubilden. Sehr cool, sehr futuristisch, minimalistisch und mit Farbe. Meine Augen haben sich erfreut, vollkommen schmerzfrei. Warum auch, hatte ja keine Angst, dass mir Porsche Design weh tun könnte, hehe…IMG_5672Schmerz ist bisweilen ein größerer Lehrmeister als es Erfolg und Lob vermögen. Auch das Gefühl hat seine Berechtigung, uns zu warnen. Den Weg, den wir gehen zu korrigieren, wenn er uns nicht gut tut. Und manchmal, wenn es wirklich weh tut, will er vielleicht einfach nur sagen, dass es heilt. Nichts wovor es sich lohnen würde Angst zu haben. Mut hat da einfach die schlagende Existenzberechtigung. Egal, wie unvernünftig es erscheinen mag, wieder einmal das (vermeintlich) selbe Risiko einzugehen. Egal, wie oft man davor gesprungen und auf der Fresse gelandet ist. Wenn ich jedes Mal im Leben Angst habe zu fallen, wenn ich springe und ich es deshalb sein lasse, wie oft würde ich es verpassen zu fliegen. Manchmal kommt nach dem Schmerz nämlich nicht nur die Erkenntnis, um eine wertvolle Lektion reicher zu sein. Manchmal, ganz überraschend bis überwältigend, kommt das Gefühl zu fliegen, dass alles Leid und jeder Schmerz Sinn macht. Und es ist wie es ist, alle in bester Ordnung, alles im Fluss…angekommen in meiner Mitte. Kopf aus, Verstand verloren, hechelt hinterher, Herz an und offen.

XOXO,

Carrie

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