A little bit something good always comes out of a little bit something bad…

Hello,

alles hat seine Zeit im Leben. Jetzt ist es an der Zeit für eine Kurzgeschichte, die meine Mama mir einmal vor Jahren erzählt und auch schon selbst einmal niedergeschrieben. Ich habe mir erlaubt, diese in eigenen Worten einmal aufzuschreiben und Euch daran teilhaben zu lassen. Wenn ich schon für meine Leben gern schreibe, warum nicht den Anfang mit einer Geschichte mal fernab des sonst so bebilderten Bloggens machen.

Die Lektion des Scheißevögelchens

Es war einmal ein Scheißevögelchen, okay, es war nicht immer ein Scheißevögelchen. Vor den folgenden Vorkommnissen war es einmal ein Vögelchen. Ein äußerst vorlautes, wenn auch liebenswürdiges Scheißevögelchen mit einem ungeheuren Drang den Dingen auf den Grund zu gehen und einer wahnsinnigen Ungeduld zum Fliegen.

So, wie auch an diesem sonnigem Tag, juckten das Ding mal wieder die Hummern im Hintern, doch endlich Fliegen zu können. Das Scheißevögelchen, übrigens ein noch recht junges Exemplar der Rotkehlchengattung, saß unbedarft in seinem feinem, sauberen und sicherem Nest. Die Fähigkeit des Fliegens hat es bisher noch nicht selbst erlernt, sondern nur sehnsüchtig bei anderen Nicht-Scheißevögelchen beobachten können. Neben dem besagten Charakterzug des Vorlautseins, war dem Scheißevögelchen allerdings noch ein genetisch unerklärlich großer Anteil an Übereifrigkeit mitgegeben. So kam es auch, dass der Drang die Fähigkeit des Fliegens zu beherrschen um einiges größer war, als die Ausbildung der anatomischen Voraussetzung in diesem, wie bereits erwähnt, noch recht jungem Stadium des Vogelwachstums. Erwähnenswert sei an dieser Stelle doch noch die schnelle Auffassungsgabe des Scheißevögelchens. Aufgrund vehementer Weigerung der äußerst vernünftigen Vogeleltern, dem Scheißevögelchen ohne ausreichende anatomsiche Entwicklung das Fliegen beizubringen, wurde das Scheißevögelchen nun doch selbst aktiv und ließ sich wie jedes denkende und zugleich verrückte Wesen, einfach etwas einfallen.

Neben dem Fliegenlernen hatte das Schießevögelchen auch mit regelmäßiger Häufigkeit die interessierten Spaziergänge eines gestreiften, schnurrenden Pelztieres der Gattung gemeiner Strassenstreuner beobachten können. Das liebreizende Schnurren dieses Tieres machte einen vertrauenserweckenden Eindruck auf das Scheißevögelchen und die grünen Augen waren auch immer so achtsam auf die vielen Vogelnester gerichtet. Die haben bestimmt auch beobachten können, wie man das Fliegen lernt und könnten dem Scheißevögelchen in seiner heutigen Mission die Welt im Fliegen zu erobern, bestimmt behilflich sein.

Da traf es sich an besagtem, sonnigem Tag auch ganz hervorragend, dass die überfürsorglichen Eltern samt dem schon flugfähigem Pack ausgeflogen waren und das Scheißevögelchen seinen künftigen Lehrer ganz allein in seine Mission und samt Bitte um Hilfestellung einweihen konnte.

Und pünktlich, wie nicht die deutsche Bahn, kam der Kater auch schon zu seinem täglichem Streifzug unter den Bäumen.

Mit einem frech-freudigem Hallo begleitet von einem begeistertem Winken zog das Scheißevögelchen auch erfolgreich die Aufmerksamkeit des Katers auf sich. Dieser schaute ebenso äußerst erfreut mit einem dem Scheißevögelchen unerklärlich fixiertem Funkeln nach oben und entnahm dem übereifrigem Schwall an Worten doch schlussendlich die missliche Lage und Bitte um Hilfestellung bei der Lösung der Flugunfähigkeitsthematik. Der Kater bot ihm zugleich in scheinbar grenzenloser Selbstlosigkeit auch seine Hilfe an.

Die Kater schlug zur Verwirklichung des Flugversuches die Strategie des mutigen Kamikazestürzens vor, die er angeblich schon oft bei den Flugschülern beobachtet hatte. Dazu müsste das Scheißevögelchen doch einfach am Rand des Nestes kräftig mit den Flügeln schwingen und sich dann sanft durch den Wind treiben lassen, bis sich die Flugfähigkeit dann ganz von allein einstellt. Die Flügel wären doch schon groß genug, das könne der Kater an Hand seiner langjährigen Erfahrung mit Vögeln seiner Gattung durchaus garantieren und zudem würde er sich selbst ja auch aus Auffänger am Boden bereit halten, wenn der Flug daneben ginge. So sei ein absoluter Sicherheitsstandard gewährleistet.
Aufgrund dieser sehr höflich einfühlsamen und gleich so plausiblen Argumentation verlor das Scheißevögelchen für einen kurzen Moment seine scharfe Beobachtungsgabe und ihm entging das ungewöhnliche Sabbern zwischen den nicht unbedingt liebreizenden Zähnen des Katers. Folglich stürzte sich Scheißevögelchen aus dem Nest und landete prompt in einem Scheißehäufchen, hinterlassen von der Gattung allgemeiner Straßenköter mit Herrchen ohne AA-Beutel.

Der Kater kam sofort zur Stelle, um das frisch angelieferte Mittagessen in Augenschein zu nehmen. Jedoch drehte sich der Kater angesichts des durchaus widerlichen Geruchs von Rückständen verdauter Hundetrockennahrung, in welchem das Scheißevögelchen nun badete, vom selbigen mit den Worten „So fress ich dich doch nicht, igitt.“ ab. Kann Scheiße doch tatsächlich mal Leben retten.

Mit Aussprache dieser doch sehr aufschlussreichem Worte, wurde dem Scheißevögelchen umgehend klar, welch hohes Glück es doch hatte, sich selbst in den Haufen zu werfen, um dann letztendlich von etwas im Grunde genommen Übelriechendem vor größeren Schäden der eigenen Ungeduld bewahrt zu werden. Es beschloss sich beim alsbald beim Herrchen ohne Doggy Bag und seinem verdauungsfreudigem Begleiter zu bedanken, vorerst von oben aus, im sicheren Nest. Die Zeit zum Fliegen kommt ja noch.

Wer sich gerade mal wieder in die Scheiße gestiegen ist, soll sich aufgemuntert fühlen, dass ein bisschen was Gutes doch immer aus was bisschen was Schlechtem herausspringt. Eine Lektion, eine Geschichte, eine Erfahrung reicher. Großen Dank an meine Mama, dass mir das mal erzählt und mich zum Umdenken ermutigt hat.

Eine erfüllte Woche Euch allen…

XOXO,

Carrie

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